Eine archivische Entdeckung im Maria-Theresia-Jubiläumsjahr

Anlässlich des 300. Geburtstags von Maria Theresia stellt das Archiv der Erzabtei St. Peter ein neu entdecktes Autograf der Regentin vor. Es handelt sich um ein eigenhändiges Schreiben der Kaiserin vom 31. Oktober 1744 an den Salzburger Domherrn und Bischof von Lavant, Vigil August von Firmian (1714–1788), in dem sie den Besuch ihres Bevollmächtigen Ferdinand Bonaventura von Harrach (1708–1778) ankündigt.  Dr. Gerald Hirtner, Stiftsarchivar und Vorsitzender der ARGE Ordensarchive berichtet: "Die Wahl eines neuen Salzburger Fürsterzbischofs stand bevor, doch war dieses Ereignis vor dem Hintergrund des Österreichischen Erbfolgekriegs besonders delikat. Bayern und Österreich, in deren beider Interessenssphäre sich das Erzstift Salzburg befand, führten gegeneinander Krieg. Salzburg, das bislang Neutralität gewahrt hatte, neigte zu dieser Zeit immer mehr der österreichischen Seite zu. Aus der Wahl vom 13. Jänner 1745 ging schließlich der von österreichischer Seite favorisierte Olmützer Bischof Jakob Ernst von Liechtenstein-Kastelkorn (1690–1747) als Sieger hervor. Eine Woche später starb Maria Theresias Gegner, der Wittelsbacher Kaiser Karl VII. Im April 1745 schlossen Bayern und Österreich den Frieden von Füssen.
Der neu entdeckte, von Maria Theresia eigenhändig unterzeichnete Brief vom 31. Oktober 1744 kam im 19. Jahrhundert durch Kauf an das Stift St. Peter. Eine ausführliche wissenschaftliche Untersuchung dieses Archivalienfundes ist derzeit in Vorbereitung."