Denkmalpflege mit Mehrwert

Das Hochaltarbild in der Ordenskirche der Kongregation der Töchter der Göttlichen Liebe in Wien (3. Bezirk, Jacquingasse 12-14) stellt für die Gemeinschaft eine Besonderheit dar. Die Darstellung der „Dreimal Wunderbaren Mutter“ (Mater ter admirabilis) ist für sie ein wesentlicher Anker und vertrauter Anblick während des Gebetes. Es wurde um 1890 von Josef Kastner (d. Jüngeren) nach einer Kopie des Gnadenbildes von Santa Maria Maggiore in Rom hergestellt und im Zuge der Gesamtrenovierung des Kircheninnenraums im Jahr 1991 restauriert.

Schadensbilder erkennen und behandeln

Beinahe 30 Jahre später wurde durch den aufmerksamen Blick der Schwestern bemerkt, dass zunehmend unschöne Flecken am Bild zum Vorschein kamen. Nach Kontaktaufnahme von Oberin Sr. Emanuela Czermak mit unserer Fachstelle (Referat für die Kulturgüter der Orden) erfolgte eine Beratung und die Vermittlung einer qualifizierten Restauratorin. Nach der ersten Begutachtung konnten die unschönen Flecken als Fehlstellen auf der Maloberfläche identifiziert werden. Besonders im unteren Bildbereich war es mittlerweile zu vielen Abplatzungen der Malschichten gekommen, weitere Farbschollen waren bereits locker.

Ursachen finden und beheben

Nach Besprechung der weiteren Vorgehensweise wurde ein Gerüst in der Kirche aufgestellt und das Bild vor Ort in ca. 3 m Höhe restauriert. Während der Restaurierungsarbeiten ist die Ursache für das Schadensbild festgestellt worden. Die starke Sonneneinwirkung verursachte den stetigen Haftungsverlust bzw. die optische Veränderung der Farbe. Hier wird durch das Anbringen einer Bildverglasung mit UV-Schutz eine gute Lösung geschaffen, damit das Hochaltarbild möglichst lange in seinem restaurierten Zustand erhalten bleibt.
Ordenskirchen als Orte der Begegnung

"Meine Restaurierungsarbeiten am Hochaltarbild haben mir große Freude bereitet, außerdem habe ich diesen Ort als besonderen Kraftort erleben dürfen und ich bin dankbar für die herzliche Begegnung mit den Schwestern.", berichtet die Restauratorin Brigitte Futscher. Auch die Schwestern sind erfreut über die abgeschlossenen Arbeiten an Ihrem Hochaltarbild. Die einzelnen Schritte der Restaurierung wurden mit Spannung beobachtet und Informationen beim gemeinsamen Mittagstisch ausgetauscht.
Nach Abschluss der Restaurierungsmaßnahmen ist nun das Gemälde der „Dreimal Wunderbaren Mutter“ wieder Teil der homogenen Gesamtausstattung der Kirche, die gerne als liturgischer Feierort und kraftvoller Sakralraum genutzt wird.
Abbildungen: 1) von links nach rechts: Provinzoberin Sr. Daniela Scharf, Restauratorin Brigitte Futscher, Oberin Sr. Emanuela Czermak 2) Aufnahme während der Restaurierungsarbeiten

[karin mayer]